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Radweg Berlin – Usedom

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Prenzlau – Ueckermünde

Weiter führt der Weg in Richtung Pasewalk. Grenzübergang nach Meck-Pomm. Ein ganz übles Stück wartet hinter Schmarsow auf uns: Feldweg mit Betonbruch aufgefüllt. Das ist der schlechteste Abschnitt der ganzen Strecke, hier muss bald was passieren!

Pasewalk ist eine unspektakuläre Stadt und kein Wende-Profiteur. Was kaum zu glauben ist: die Kirche wurde zu DDR-Zeiten komplett saniert, damals hatte Pasewalk auch noch einen Namen.

Immer am Wald entlang kommen wir an endlosen Sperrgebieten vorbei: „Waldmeer, Sandmeer, nichts mehr“. Das sind die Kasernen und Truppenübungsplätze um Torgelow und Eggesin. Hunderte Meter lang zieht sich der Maschendraht, dahinter Sturmbahnen und Baracken.

[singlepic id=1012 w=320 h=240 float=left]Heute ist Torgelow berühmt für seine Metallgießtechnik, die der Stadt schon in vergangenen Zeiten zu Reichtum verhalf. Dort werden die weltgrößten Schiffspropeller gebaut. Die Staht blüht langsam auf, auch Eggesin ist nicht hässlich. Hier hat man es verstanden, mit Fördergeldern die Stadt umzubauen.

Wir besuchen noch schnell einen Bekannten im Autohaus, dann Schlussspurt nach Ueckermünde. Die Frau in der Stadtinfo empfiehlt eine Pension etwas außerhalb. Wir radeln nochmal in die schöne Innenstadt, Rundtour bis zur neu erbauten „Lagunenstadt“, wo die Uecker in das Stettiner Haff mündet. Eigentums- und Ferienwohnungen sind entstanden, ein Strand lockt zum Baden.

Ueckermünde – Anklam

Jetzt geht’s am Haff entlang. Hinter Mönkebude, einem dieser aufgebretzelten Marina-Dörfer, führt der Radweg durch den Wald. Etwas hakelig, links – rechts – links… Man spürt jede Wurzel und das Gepäck am Rad.

Der schönste Abschnitt der Tour führt durch den Anklamer Stadtbruch, eine großflächige Moorlandschaft in absoluter Stille. Leider endet der Asphaltweg abrupt, geht in einen Sandweg über, der später zu einer Betonplattenstraße aus DDR-Zeiten wird. Willkommen in Ostvorpommern! Man ahnt, dass man im Armenhaus Deutschlands angekommen ist. Acht Kilometer geht es so. Zwischendurch muss man sich entscheiden, ob man Anklam sehen will oder lieber eine Abkürzung per Fähre nach Usedom nimmt und so 35km des Weges spart.

Wir fahren zum Bahnhof und nehmen den Zug nach Greifswald, wollen nachmittags zu Hause sein. Vorher beim Bäcker treffen wir zwei Österreicher wieder, denen wir täglich begegnet sind: „Ja Servus!“. Der eine will abnehmen, man spart daher am Essen und lässt sich das Gepäck per Taxi von Ort zu Ort fahren. Wir sind keine solche Warmduscher und am Essen sparen – das kommt nicht in Frage.

Der letzte Eklat im Zug: total überfüllt, die Räder haben kaum Platz und blockieren den Gang. Wir sind nicht die einzigen Biker, die DB hat das nur noch nicht mitbekommen.

Resümee

Der Radweg Berlin-Usedom ist unbedingt empfehlenswert. Die Landschaft ist abwechslungsreich und ansehnlich, die Strecke (bis auf kurze Abschnitte) sehr gut ausgebaut. Es gibt keine großen Höhenunterschiede, die Länge der Etappen ist frei wählbar. Der Weg ist daher auch für Anfänger und Genussradler uneingeschränkt geeignet. Hotels und Pensionen entlang des Weges haben sich auf Radfahrer eingestellt, Bett & Bike findet sich in fast jedem Örtchen. Durch die Nähe zur Bahnstrecke könnte man bei schlechtem Wetter jederzeit abbrechen.

Negatives Feeling kommt beim Zahlen der Hotel- oder Restaurantrechnung auf. Man orientiert sich am Weltmarkt, bedenkt aber nicht, dass das Niveau dem üblichen Standard hinterherhinkt.

Ein Kommentar

  1. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan von solchen Erfahrungsberichten bin und es immer schätze, wenn man erfährt, WAS jemand genutzt hat. So hast du hier die verwendeten, ich sag mal, Komponenten gut beschrieben und einige valide Punkte gebracht. Speziell beim Sattel kann ich nur zustimmen – Eingewöhnung ja, aber dann ist es ziemlich gut. Ich weiß gar nicht, ob man hier noch von einem Sattel sprechen kann oder schon von einem Medizinprodukt, so wie er das Radfahren verändert.

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