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Radweg Berlin – Usedom

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Radweg

Der Fernradweg „Berlin-Usedom“ geht von Berlin-Mitte bis nach Peenemünde und wurde erst 2007 eröffnet. Ich schätze, dass gut 80% davon asphaltiert sind.

Kreuzberg – Berlin Buch – Bernau – Eberswalde

Vom Hotel Transit, nur 150 Meter vom Mehringhof entfernt, geht es quer durch Berlin, und das besser, als ich dachte. Freundliche Polizisten holen uns von der Straße auf den Fußweg – ist sicherer so. Hinter Buch wird’s ruhiger. Über Bernau und Biesenthal kommt man irgendwann an den Finowkanal, dem man später bis nach Niederfinow folgt. Das erste Hotel in Eberswalde liegt am Stadtsee, dieser aber gut 4 km außerhalb des Zentrums in Richtung Chorin, wird daher abgewählt und ein neues gesucht.
Eberswald ist ein verschnarchter Ort; nur der Bäcker am Markt hält die Menschen Abends und des Nachts am Leben. Dort gibt’s Getränke und Snacks bis Mitternacht. Andere Restaurants haben Montag und Dienstag Ruhetag.

Eberswalde – Angermünde

Etwa 15 km immer am Finowkanal entlang (wunderbar, erinnert mich an Holland) geht es weiter in Richtung Schiffshebewerk. Hier sind Cola und Bockwurst voll kommerzialisiert: Fressbuden an einem (für hiesige Verhältnisse) gigantischen Parkplatz. Auch ein Museum ist da, mit moderaten Eintrittspreisen. Wir gucken lieber von draußen zu: interessante Sache mit dem Hebewerk! B. sieht die Notwendigkeit noch nicht ein, da bauen andere nebenan schon am Nachfolger.
Hinterm Hebewerk ist es laut Karte besser, der Landstraße statt dem Radweg zu folgen (schlechte Wegstrecke) – es geht schnaufend bergauf. Weiter durch den Wald zum Kloster Chorin: von außen betrachtet – Eintritt gespart – abgehakt.

Wenige Kilometer vor Angermünde ist ein NABU-Informationszentrum: die Blumberger Mühle. Hier machen wir kurz Rast und lernen, dass Blumenerde mit Torf ganz schlecht für die Umwelt ist, weil des Torfes wegen die Moore trockengelegt und so wertvolle Lebensräume vernichtet werden.
Einige Kilometer weiter darf man das Gut Kerkow nicht verpassen: ein Bio-Hof mit frischer Wurst und Milch. Wir probieren das eine oder andere, es gibt frische Milch von lebendigen Kühen, nur gefiltert und gekühlt. Schmeckt auch nach Milch, zumindest glaube ich mich daran zu erinnern.

Das Hotel in Angermünde ist, wie die Innenstadt, klein und ansehnlich, die alten Fachwerkhäuser zu großen Teilen rekonstruiert. Die Gaststättenpreise sind überzogen, die wenigen Touristen müssen für Umsatz sorgen. Das wird uns zu bunt, ALDI gibt’s auch hier und so sitzen wir Abends mit Rotwein am nahen Mündesee.

Angermünde – Prenzlau

Diese Etappe führt durch Endmoränengebiet, das bedeutet: kurze, knackige Auf- und Abfahrten. Macht Spaß, die Reifen surren auf dem neuen Asphalt. Ab und zu Kopfsteinpflaster, besonders in den Dörfern und vor den Autobahnbrücken. An der Strecke liegt der Mittelpunkt der Uckermark inmitten schöner Feld- und Seenlandschaft.

[singlepic id=1011 w=320 h=240 float=left]Prenzlau macht mich depressiv: fast das ganze Zentrum besteht aus Neubauten. Rund um die Kirche wurden diese abgerissen, dort klafft eine große Wunde, die mit Rasensamen und lieblosen Blumenbeeten stümperhaft vernäht wurde. Die Kirche sehen wir nur von außen, man verlangt 1,50€ Eintritt! Wir spenden eigentlich gern, entzünden ab und an eine Kerze; dieser Pflichtabgabe jedoch verweigern wir uns!

Es ist Wahlkampf, 3 oder 4 Kandidaten winken von Plakaten und ringen um das Bürgermeisteramt. Was kann man aus solcher Stadt machen, frage ich mich und danke Gott, der Uni und den Investoren, dass Greifswald nach der Wende wiederauferstehen durfte. Nach einer Rundtour durch die Stadt, die doch noch schönere Ecken bietet, gibt’s Essen im Hotelrestaurant, wieder zu den ostüblichen Preisen, danach Wein am Uckersee. Am nächsten Morgen sind die Brötchen abgezählt: 2 Stück pro Nase, das Alternativbrot seit 1 Woche überfällig. Ich knurre, zahle ohne Kritik: was kann die Auszubildende am Tresen dafür?

Ein Kommentar

  1. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan von solchen Erfahrungsberichten bin und es immer schätze, wenn man erfährt, WAS jemand genutzt hat. So hast du hier die verwendeten, ich sag mal, Komponenten gut beschrieben und einige valide Punkte gebracht. Speziell beim Sattel kann ich nur zustimmen – Eingewöhnung ja, aber dann ist es ziemlich gut. Ich weiß gar nicht, ob man hier noch von einem Sattel sprechen kann oder schon von einem Medizinprodukt, so wie er das Radfahren verändert.

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